„Sitzen ist das neue Rauchen“

Workshop am Egbert-Gymnasium zeigt Bewegungschancen auf

Münsterschwarzach. „Sport und Bewegung“ – so hieß das Motto eines Workshops, den Prof. Matthias Obinger von der Hochschule Fresenius am Egbert-Gymnasium leitete. Viele Lehrkräfte des EGM sowie aus den umliegenden Grund- und den weiterführenden Schulen waren gekommen, um Bewegungsimpulse für ihren Unterricht mitzunehmen. Martin Pohl und Karin Illner hatten die Veranstaltung perfekt organisiert.

„Wir kommen in Räume und setzen uns hin“, beklagte Obinger zu Beginn: „Stattdessen brauchen wir Räume, die das Sitzen unterbrechen, denn: Sitzen ist ein Risikofaktor, Sitzen ist das neue Rauchen.“ Werktags sitzen die Kinder und Jugendlichen durchschnittlich 10,5 Stunden lang. Die körperliche Aktivität und der motorischen Fähigkeiten stagnieren. So hätten wissenschaftliche Studien ergeben, dass 80 Prozent der Kindergartenkinder nicht mehr rückwärts balancieren können. Der Befund ist ernüchternd: Nur ein Viertel der Minderjährigen erfüllen die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Die Folge seien häufig Übergewicht und gesundheitliche Probleme.

Im Sport könne man erleben, dass man für den Teamerfolg etwas beitragen kann, dass man mitbestimmen und selbstständig entscheiden darf. Diese Erkenntnis setzte Prof. Obinger zusammen mit den Lehrkräften um, etwa in dem Spiel „Moleküle“: Dabei sollten die Teilnehmer aufstehen, um sich nach dem Wohnort neu zu gruppieren. Im Spiel „Stein, Schere, Papier“ ermittelten die Teilnehmer spontan einen Sieger aus dem Plenum, wobei die Verlierer als applaudierendes Publikum fungierten. Solche Bewegungspausen können das lähmende Sitzen unterbrechen.

Für die Diskussion hatte Prof. Obinger einige Leitfragen und Empfehlungen mitgebracht. So forderte er, Anreize baulicher Art zu schaffen, um für Bewegung zu sorgen. Beispiele gibt es viele: Der Kraftraum am EGM dient etwa nicht nur der sportlichen Ertüchtigung, sondern auch der Begegnung. Im „strampelnden Klassenzimmer“ könnten Ergometer stehen, auf denen die Schüler beim Lernen in die Pedale treten. Beim Sprachenlernen könnte man nicht zuletzt ein „Tempusspringen“ veranstalten. Matthias Obinger räumte ein, dass den Lehrkräften die Umsetzung im Alltag oft schwerfalle. Schließlich müssten Noten gemacht und der Lehrplan erfüllt werden. Dennoch rief er dazu auf, die Angst vor der Unordnung, die durch Bewegung entsteht, abzuschütteln – zum Wohle der Gesundheit.

Zu den Fotos:

  1. Engagiert warb Prof. Obinger für Bewegungschancen im Unterricht. Foto Klos
  2. Die Tagesheimbetreuerinnen des Egbert-Gymnasiums gingen gleich mit gutem Beispiel voran: In einem Bewegungsspiel wurden die Zahlen der Größe nach geordnet. Foto Klos

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